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29.03.2018
Bildung gegen Landflucht

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Bildung gegen Landflucht

Seit 2015 engagieren sich DACHSER und terre des hommes im Sidhuli-Distrikt in Nepal, an der Grenze zu Indien.


Bernhard Simon, CEO von DACHSER, hat das Projekt nun zum ersten Mal besucht und konnte sich vor Ort ein Bild von der Entwicklungszusammenarbeit machen.

Herr Simon, welche Eindrücke bringen Sie von Ihrem ersten Projektbesuch in Nepal zurück?

Bernhard Simon: Mir sind vor allem die vielen Serpentinen im Gedächtnis geblieben, die wir überwinden mussten, um die Projektdörfer überhaupt zu erreichen. Obwohl wir nicht vom Hochgebirge sprechen, mit dem wir in Deutschland Nepal vor allem verbinden, ist das Gelände dort schon deutlich profiliert. Die rudimentäre Straßeninfrastruktur macht das Reisen beschwerlich, regionale Waren aus Landwirtschaft und Handwerk finden kaum den Weg auf größere Märkte. Auch ein „Pendeln“ zu attraktiveren Arbeitsplätzen ist kaum möglich. Dazu kommen häufige Überschwemmungen oder Erdrutsche, die die Gegend von der Außenwelt abschneiden. Für junge Menschen ist das Leben dort vermeintlich wenig attraktiv, sodass sie vermehrt in den Norden Indiens abwandern und dort Arbeit suchen. In der gesellschaftlichen Rangordnung stehen sie ganz unten, sie erleben Diskriminierung und Gewalt. Genau hier setzt unser Projekt mit terre des hommes auch an. Wir wollen den jungen Menschen eine lebenswerte Alternative zur Landflucht bieten und so die dörflichen Gemeinschaften stärken.

Wie geht das?

Indem wir bei der Bildung ansetzen. Der Schulbesuch macht die Jugendlichen fit für einen Job im lokalen Kleingewerbe oder sogar in Büros. Damit können sie der Dorfgemeinschaft wieder etwas zurückgeben. Auch diejenigen, die trotzdem wegziehen, finden zum Beispiel mit Englischkenntnissen bessere Jobs in Indien. Weitere Projektbereiche zielen auf die Verbesserung der Lebensumstände. Dazu gehört zum Beispiel der Bau von sanitären Einrichtungen. Ein aktueller Schwerpunkt der Arbeit liegt auf einem Volk, das aus China in den „Melting Pot“ Nepal eingewandert ist. Hier geht es um Grundlagenarbeit, d.h. Grundversorgung, Hygiene, Ernährung, den Aufbau dörflicher Strukturen und den Kampf gegen den leider verbreiteten Alkoholismus.

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Die Entwicklungszusammenarbeit gibt Hilfe zur Selbsthilfe

Was ist Ihnen auf Ihrer Reise ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Ich kann hier gar kein einzelnes Erlebnis hervorheben. Aber es ist das persönliche Engagement der Menschen vor Ort, ohne die die Projekte keinen Erfolg haben können. Es sind zum Beispiel Dorflehrer, die nicht nur ihren Job gut machen, sondern sich darüber hinaus auch politisch und sozial engagieren, um Rechte einzuklagen und die Situation der Kinder nachhaltig zu verbessern. Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert nur mit diesen Menschen, und ich freue mich immer sehr, sie zu treffen.

In Delhi haben Sie anschließend die fünf indischen Jugendlichen getroffen, die im Sommer 2017 am Jugendaustausch teilgenommen hatten. Was ist Ihr Eindruck, wie hat sich der Austausch auf die Jugendlichen und die Projekte ausgewirkt?

Es war ganz offensichtlich, dass die Reise nach Deutschland die Jugendlichen tief bewegt hat. Vor allem die persönliche Freiheit, die für deutsche Jugendliche - insbesondere Mädchen – ganz normal ist, hat sie beeindruckt. Sie haben aus den Begegnungen viele Anregungen mitgenommen und gleichzeitig aber auch ihre indische Kultur mehr zu schätzen gelernt, zum Beispiel was den Zusammenhalt der Familien angeht. Die Projekte haben durch den Austausch viel neue Dynamik gewonnen, das ist ein außerordentlich positiver Nebeneffekt.

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