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20/11/2013
Benelux im Fokus

Aat van der Meer, DACHSER-Landesleiter Niederlande, Belgien und Luxemburg, im eLetter-Interview.
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Aat van der Meer

Aat van der Meer verantwortet bei DACHSER als Landesleiter die Benelux-Region. Im Interview spricht er über die logistischen und ökonomischen Herausforderungen in seinen Ländern und seine Praxis-Erfahrungen mit Lang-Lkw.

Herr van der Meer, Sie sind seit sechs Jahren Landesleiter der Niederlande und Belgien. Kürzlich haben Sie zusätzlich die Verantwortung für Luxemburg übernommen. Warum sind diese drei Länder aus logistischer Sicht ein ideales Trio?

Die Beneluxländer waren schon immer eine Besonderheit, da sie sich als eine der ersten Regionen in Europa zu einer Wirtschaftsunion zusammengeschlossen haben. Abgesehen davon ist die Bezeichnung Dachser Benelux aus operativer und marketingtechnischer Sicht sinnvoll, weil unsere Kunden die Länder Belgien, Niederlande und Luxemburg als ein zusammenhängendes Gebiet betrachten.

Welche Merkmale kennzeichnen die einzelnen Märkte?

Dank unserer geografischen Lage spielen wir in der Logistikwelt Europas eine Schlüsselrolle. Wir sind zwar ein relativ kleines Gebiet innerhalb Europas, haben jedoch Fähigkeiten entwickelt, die man in vielen anderen Ländern vergeblich sucht. Die Menschen der Beneluxregion sind an eine flexible Denk- und Arbeitsweise gewöhnt. Die meisten beherrschen mindestens zwei oder drei Sprachen. Ich glaube, dass die Beneluxländer deswegen interessante Geschäftspartner sind.

Was sind derzeit die „brennenden Themen“ in Bezug auf Logistik im Beneluxgebiet?

Die Logistikwelt verändert sich ständig. Unsere besondere geografische Lage innerhalb Europas bedeutet nicht, dass wir uns nicht weiterentwickeln müssen. Viele Unternehmen ändern ihre Prozesse und verlagern ihre Produktion in andere Teile der Welt. Um weiterhin als Standorte attraktiv zu bleiben, müssen die Beneluxländer in ihre innerregionale Zusammenarbeit investieren. Antwerpen und Rotterdam müssen miteinander statt gegeneinander arbeiten, und die Länder müssen ihre Infrastruktur verbessern.

Reden wir über die aktuelle Wirtschaftslage der Beneluxländer. Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen heute?

Die Rezession setzte in Belgien etwas früher ein als in den Niederlanden. Jetzt beobachten wir, dass Belgien sich langsam wieder erholt, während sich die Niederlande auf dem Stand von Belgien vor eineinhalb Jahren befinden. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Lage auch in den Niederlanden innerhalb eines Jahres wieder bessert. Luxemburg dagegen ist in der gesamten Krisenzeit stabil geblieben.

Natürlich ist ein Logistikdienstleister von der weltweiten Konjunkturlage abhängig. Wie jede Rezession birgt diese Risiken, aber auch Chancen – und die wollen wir nutzen. Selbstverständlich müssen wir noch stärker den Markt und unser Umfeld beobachten, aber noch gelingt es uns zu wachsen.

Kürzlich hat DACHSER Niederlande in Zevenaar eine der größten Niederlassungen Europas eröffnet. Auch die holländische Niederlassung Waddinxveen wurde erweitert. Können Sie uns etwas zu Ihren Wachstumsplänen für die Zukunft der Beneluxländer sagen?

In Zevenaar bestand Handlungsbedarf. Die alte Anlage war nicht mehr modern und von der Größe her den Mengen nicht mehr gewachsen. Um sicherzustellen, dass wir das für die kommenden Jahre zu erwartende Wachstum bewältigen können, wurde der Neubau beschlossen – und wir haben uns auch Raum für Erweiterungsmöglichkeiten gelassen.
In Waddinxveen hatten wir nicht genügend Umschlagsfläche, um mit dem Mengenwachstum der letzten Jahre Schritt halten zu können. Die Anlage umfasst Umschlags- und Kontraktlogistikflächen unter einem Dach. Beide konnten erweitert werden. Der neue Kontraktlogistikbereich ist 15 Meter hoch, so dass wir das Warehouse mit Hochregallagern ausstatten können. Damit ist auch Waddinxveen zukunftsfähig!
In Belgien planen wir in Mouscron eine Erweiterung der Umschlagshalle um 2.000 m2 und in Willebroek (Antwerpen) vorzugsweise in der gleichen Gegend den Bau einer größeren Anlage.

In Ihrem Gebiet liegen Rotterdam und Antwerpen, zwei der größten europäischen Seehäfen und Tore zur Welt. Was bedeutet das für Ihr Geschäft?

Die beiden Haupthäfen müssen zusammenarbeiten, um ihre Position zu behaupten. Glücklicherweise geht die Entwicklung in diese Richtung und auch die Regierungen von Belgien und den Niederlanden haben diese Notwendigkeit erkannt. Für DACHSER ist es in unserer Region extrem wichtig, dass die Geschäftsfelder European Logistics und Air & Sea Logistics sehr eng und gut zusammenarbeiten. Unsere Kunden betrachten DACHSER als ein einheitliches Unternehmen – und so treten wir auch auf dem Markt auf.

In Deutschland beteiligt sich DACHSER mit zwei Lastzügen am Lang-Lkw-Feldversuch. In den Niederlanden wurden die 25 Meter langen Fahrzeuge bereits 2011 zugelassen. Schildern Sie uns doch Ihre Erfahrungen.

Ich bin ein großer Verfechter des Lang-Lkw – in den Niederlanden bekannt als Ecocombi oder LZV –, und wir haben in Holland über die letzten Jahre gute Erfahrungen mit ihnen gemacht.
Am Anfang haben wir sie nur zwischen unseren beiden Niederlassungen eingesetzt. Inzwischen nutzen wir sie häufig für die Abholung von Sammelgutsendungen bei größeren Verladern. Zur Optimierung des Einsatzes haben wir richtige Partnerschaften mit den Verladern geschlossen, denn ohne ihr Engagement geht es nicht. In Verbindung mit der Doppelstockladetechnik ist es uns gelungen, die Verkehrsbewegungen auf der Straße deutlich zu reduzieren. Im Rahmen eines gemeinsam mit unserem Kunden Philips entwickelten Projekts haben wir zum Beispiel das Warehouse-Personal von Philips in der Doppelstockladetechnik geschult. Durch den Einsatz von Lang-Lkw und Doppelstock konnten wir die Anzahl der Abholfahrzeuge erheblich senken! Ich persönlich hoffe, dass auch unsere Nachbarländer bald ihre Grenzen öffnen werden. Wir sind jedenfalls gerüstet!

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