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06/12/2013
Stark machen für die eine Welt

Von Bildung zur Nachhaltigkeit: Unter diesem Motto engagieren sich DACHSER und terre des hommes seit 2005 im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Diese Hilfe kommt an, wie Bernhard Simon, Sprecher der DACHSER-Geschäftsführung berichtet.
Terre des Hommes
Von Bildung zur Nachhaltigkeit

Von Bildung zur Nachhaltigkeit: Unter diesem Motto engagieren sich DACHSER und terre des hommes seit 2005 im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Diese Hilfe kommt an, wie Bernhard Simon, Sprecher der DACHSER-Geschäftsführung berichtet.

Herr Simon, worum geht es in der Zusammenarbeit von DACHSER und terre des hommes in Indien?

Bernhard Simon: Von der Bildung zur Nachhaltigkeit: Unter dieser Überschrift steht das Hilfsprojekt, das wir seit 2005 mit terre des hommes und lokalen Partnern in Uttar Pradesh vorantreiben. Im Blickfeld sind dabei vor allem Kinder, besonders Mädchen und junge Frauen. Schulische und berufliche Ausbildung sind für sie der Schlüssel zu einer besseren Zukunft und zu einer perspektivreichen Entwicklung in ihrer Heimat, dem ländlichen Raum. Es geht um eine selbstbestimmte Zukunft, in der die Würde des Individuums und gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen höchste Priorität haben.

Was hat eine solche Emanzipation mit Nachhaltigkeit zu tun?

Bildung legt den Grundstein, Selbstbewusstsein zu entwickeln, elementare Bedürfnisse zu artikulieren und das eigene Leben zu bestimmen. Erst wenn sich das Individuum selbst wertschätzt, kann es auch seine Umwelt wertschätzen und sich für ihren Erhalt stark machen. Bildung und Nachhaltigkeit bedingen also einander - und genau deshalb machen Projekte mit ökologischer Zielrichtung wie Aufforstung, der Bau von Biogas- und Vermin-Kompostieranlagen gerade dort Sinn. Für die Kinder ist das ganz natürlich, sie sind besonders stolz auf die selbst gepflanzten Bäume.

Welchen Beitrag kann dazu Hilfe von außen leisten?

Wir verstehen unseren Einsatz als Hilfe zur Selbsthilfe. Die lokalen Organisationen, mit denen wir seit 2005 in Uttar Pradesh zusammenarbeiten, stammen deswegen aus der Region, manchmal sind sie sogar aus den Projekten selbst hervorgegangen. Das ist sehr wichtig für unsere Arbeit, weil ein kulturelles Distanzgefühl so gar nicht erst entsteht.

Indien zählt zu den emerging markets. Wie hilfsbedürftig sind die Menschen dort überhaupt?

In Indien vollzieht sich eine vielschichtige Entwicklung. Auf der einen Seite ist da die rasante wirtschaftliche Entwicklung Indiens mit Bangalore, dem "indischen Silicon Valley" und technischen Spitzenleistungen, wie sie zuletzt bei der mit großen Hoffnungen erfolgreich gestarteten Mars-Mission sichtbar wurden. Auf der anderen Seite öffnet sich die soziale Schere immer weiter, hier ist Indien hinter vergleichbaren Staaten und seinen Nachbarn zurückgeblieben. Armut, Unterentwicklung und erschreckende Defizite im Bereich einer gesunden Grundversorgung sind allgegenwärtig. Hier setzt unser Projekt in Uttar Pradesh an.

Einmal vom rein humanitären Aspekt abgesehen, was haben die Probleme in Indien mit der westlichen Welt zu tun?

Der Wohlstand, den wir in der westlichen Welt haben, kommt auch deswegen zustande, weil in Indien vielfach Produktionsbedingungen herrschen, die weit entfernt von unseren Mindeststandards sind. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung. Es gibt eben nur die eine Welt, in der wir leben und wir sind auf viele verschiedene Arten miteinander vernetzt.

Terre des hommes girls education
Bildung für Mädchen

Wie kann Bildung auf soziale Ungleichgewichte einwirken?

Ausbildung und die Reduzierung der Schulabbrecherquote sind entscheidende Wegmarken in eine bessere Zukunft. Die Idee dahinter bewährt sich in entwickelten genauso wie in unterentwickelten Ländern: Weil ich lerne, gehe ich mit offenen Augen durch die Welt und muss deshalb nicht die Fehler wiederholen, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Und genau diese Lernerfahrung tragen die Schulkinder in unserem Projekt in ihre Familien. Der Blick auf die Welt verändert sich so auch bei den Eltern. Darin liegen große Chancen für eine nachhaltige Entwicklung des Gemeinwesens. Früher waren die Menschen im Projektgebiet der Meinung, dass sich ihre Lebensbedingungen über das Karma quasi schicksalhaft ausprägen. Heute spüren sie, dass sie ihr Leben in die Hand nehmen und es für sich und ihre Familien besser gestalten können.

Das Leben in die Hand zu nehmen, klingt einfach, ist es aber wohl nicht...

Den Schlüssel dazu bietet die enge Vernetzung der Projektpartner untereinander. Im konstruktiven gesellschaftlichen Dialog können auch die Einzelnen erstmals ihre Rechte kennenlernen und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten einfordern. Voraussetzung ist jedoch, sich überhaupt entsprechend artikulieren zu können. Dazu sind die Bildungs- und Ausbildungsangebote entscheidend.

Was hat Sie bei Ihrem Besuch in Indien besonders beeindruckt?

Dass es nie zu spät ist, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen. Für mich zählte zu den eindrucksvollsten Erlebnissen, einen jungen Mann kennengelernt zu haben, der über die Schulausbildung im Projekt schließlich Lehrer wurde und heute Kinder auf den staatlichen Schulunterricht vorbereitet. So entstehen echte Bildungschancen. Da geht die Saat im besten Sinne auf.

Wie geht es mit dem Hilfsprojekt weiter?

Wir sind seit nunmehr acht Jahren in Uttar Pradesh aktiv. Unsere gemeinsame Entwicklungsarbeit ist so angelegt, dass sie sich irgendwann selbst abschafft, weil sich die Projekte dann aus eigener Kraft tragen und weiterentwickeln können. Es geht uns nicht darum, die Region und die Menschen dauerhaft zu alimentieren, sondern sie auf dem Weg in die vollkommene Eigenständigkeit zu begleiten. Das unterscheidet Charity von Corporate Social Responsibility, wie sie die DACHSER-Familie als Corporate Citizens in einer globalisierten Welt versteht.

Lesen Sie mehr über das DACHSER-Hilfsprojekt in Uttar Pradesh in der Ausgabe 4/2013 des DACHSER magazins, das Anfang Dezember erscheint.

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