Jugendaustausch 2017

Fünf DACHSER Auszubildende besuchten im Februar 2017 die Projektgebiete nach Delhi und Uttar Pradesh; von dort reisten fünf junge Erwachsene nach Deutschland, um gemeinsam mit den deutschen Jugendlichen die Aktionswoche „So geht Heimat“ in Kempten mit zu gestalten. Ohne Zweifel, der erste Jugendaustausch von DACHSER und terre des hommes sorgte für intensive Begegnungen und bleibende Erlebnisse, er berührte viele Menschen und regte zum Nachdenken an.

Zitat Herr Simon

Wir leben in einer globalisierten Welt, in der physische Grenzen an Bedeutung verlieren. Viel beständiger sind die Barrieren, die in den Köpfen der Menschen existieren. Will man diese abbauen, dann muss man die gegenseitige Vernetzung der Menschen und die damit einhergehende, intensive Auseinandersetzung mit dem Fremden fördern. Nur so kann man wirklich verstehen, was andere bewegt.

Bernhard Simon, CEO von DACHSER

Johannes (20 Jahre alt, Niederlassung Köln): "Unglaubliches Indien - Die Gastfreundschaft ist riesig. Das Chaos auf den Straßen ist unvorstellbar. Die Landschaften sind atemberaubend. Die indische Kultur ist faszinierend. Diese Reise war ein riesen Erlebnis, viele Eindrücke durften wir sammeln, und Indien wird uns sicher wiedersehen."

Maren (20 Jahre alt, Niederlassung Hamburg): "Indien hat uns mit all seinen Gegensätzen voll gefangen und begeistert. Von schillernden, farbenfrohen Festen bis hin zu unfassbarer Armut und unzumutbaren Lebensverhältnissen. Wir wurden in den von DACHSER und terre des hommes unterstützten Dörfern voller Wärme und Freude empfangen - Gastfreundschaft ist ein sehr hohes Gut; auch für diejenigen, die selber nichts zum eigenen Leben übrig haben. Die Menschen sind sehr glücklich und dankbar, dass ihnen geholfen wird, und sie nicht in Vergessenheit geraten. Die Reise wird niemand von uns mehr vergessen, und hoffentlich wird dadurch den benachteiligten Menschen vor Ort mehr Aufmerksamkeit geschenkt, damit sich ihre Leben weiterhin positiv entwickeln."

Robin (19 Jahre alt, Niederlassung Malsch): "Die Menschen in Indien waren trotz ihrer teilweise großen Armut uns gegenüber unglaublich gastfreundlich. Sie empfingen uns mit großer Herzlichkeit, gaben uns zu Essen und ließen uns in ihren Häusern schlafen. Beeindruckend war auch, welch großes Bewusstsein selbst Jugendliche schon für Probleme wie fehlende Schulbildung, die Stellung der Frau oder den Einsatz von Pestiziden und Chemikalien auf den Feldern haben und aktiv gegen diese vorgehen. Alles in allem durften wir ein Land mit einer unheimlich interessanten Kultur und sehr freundlichen und engagierten Menschen kennen lernen."

Nadja (20 Jahre alt, Niederlassung Alsdorf/ASL): "Für mich war es überwältigend zu sehen, wie aufgeregt viele waren uns zu treffen. Wir wurden mit Musik, Tanz und immer etwas Essen begrüßt. Besonders die Kinder wollten uns anfassen und waren meistens sehr aufgeschlossen. Es war eine unvergleichliche Erfahrung, das Leben der Menschen in den Dörfern zu sehen und teil davon sein zu dürfen. Wir durften in ihren Häusern schlafen, ihre Kleidung tragen, ihre Feste feiern und wurden von ihnen umsorgt. Mir ist noch nie eine solche Gastfreundschaft begegnet wie in Indien. Wir haben viele Jugendgruppen getroffen und uns mit ihnen ausgetauscht. Es ist eine Reise, die ich nie vergessen werde, und die mich wirklich beeindruckt und verändert hat."

Cem Davis (22 Jahre alt, Niederlassung Hamburg/Sea Freight Gateway): "Da wir während dieser Reise auch Dörfer besucht haben, in der die Unterstützung gerade erst begonnen hat, konnte man gut sehen, welche Ausgangspositionen die Projektpartner in den Dörfern Indiens hatten. Und auf der anderen Seite haben wir dann gesehen, was 10 Jahre Unterstützung von DACHSER und terre des hommes verändern können. Das Resultat waren Menschen mit Selbstvertrauen, einem besseren Umweltbewusstsein und Gemeinschaften, die ihre Rechte kennen und einzufordern wissen."

Die Reisestationen - Erfahren Sie mehr

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Für die Kinder aus Mangolpuri ist der Schulbesuch mit hohen Hürden verbunden.

Das eLearning Center ist vielleicht die letzte Chance für die Jugendlichen in Mangolpuri - und die wollen sie nutzen.

Der indische Nationalsport Cricket - die Regeln verstehen wir noch nicht so ganz.

In den Dörfern werden wir herzlich empfangen…

... und willkommen geheißen.

Ein Farbpunkt auf der Stirn gehört unbedingt dazu.

Tanzen verbindet - auch wenn man nicht dieselbe Sprache spricht.

Unser Besuch ist ein Fest.

Die Dorfbewohner haben viel für uns vorbereitet und lange geübt.

Oft versammelt sich das ganze Dorf um uns zu sehen.

Die exotisch-faszinierenden Darbietungen werden gemeinsam mit den einheimischen Jugendlichen genossen.

Maren und Nadja lassen sich ihre Arme und Hände mit Mehandi bemalen.

Als Gäste dürfen wir die Farbe auf großflächige Bodenbilder streuen.

Auch Füße werden gerne bemalt.

Blumenkränze und das Anzünden von Kerzen gehören stets zum Begrüßungsritual.

Der Puppenspieler hat alle in seinen Bann geschlagen.

Häusliche Gewalt, Alkoholismus, Abtreibung weiblicher Föten - die Themen sind durchaus ernster Natur. Sie werden aber spielerisch und unterhaltsam vermittelt.

So wie hier das Thema der ökologisch-nachhaltigen Landwirtschaft.

Wir sind beeindruckt wie sozial, politisch und ökologisch engagiert die Jugendlichen sind.

Die Musahar sind die Ärmsten der Armen. In der Hütte im Hintergrund leben acht Personen.

Die Lebensumstände sind sehr einfach, die Menschen leben von den Feldern und vom Fluss.

Gemeinsam mit den fünf DACHSER Auszubildenden, die die Projekte in Indien besucht hatten, spielten die fünf Jugendlichen aus Indien eine tragende Rolle bei der Aktionswoche „So geht Heimat“, die DACHSER zusammen mit terre des hommes und der Stadt Kempten im Juli 2017 veranstaltete. Dazu gehörten Auftritte bei Veranstaltungen, an Schulen, und an der Hochschule Kempten.

Zitat Herr Simon

Die indischen Jugendlichen lehren uns zu schätzen, was für uns selbstverständlich ist. In Deutschland hat jeder Zugang zu Bildung, kann gleichberechtigt und in Freiheit aufwachsen, einen Beruf erlernen oder studieren, selbstbestimmt sein Leben gestalten. Die indischen Jugendlichen müssen sich diese Privilegien erst erkämpfen. Mit ihrem sozialen Engagement machen sie ihre Welt besser: Für sich selbst, und ganz sicher für die nächste Generation.

Bernhard Simon, CEO von DACHSER

„Hat denn kein anderes Mädchen im Dorf Interesse oder warum sollst ausgerechnet Du nach Deutschland fliegen?“ Einfach war der Weg nach Kempten für die 18-jährige Goldy nicht. Im Dorf Belwaraipur, im Osten des indischen Bundesstaats Uttar Pradeshs fast an der Grenze zu Nepal gelegen, hat das Kastenwesen – obwohl 1949 offiziell abgeschafft – immer noch großen Einfluss auf den Alltag. Dalits („Unberührbare“) wie Goldy dürfen sich nicht auf öffentlichen Plätzen aufhalten, müssen abseits des Dorfes wohnen, der soziale Aufstieg ist so gut wie unmöglich. „In den terre des hommes-Jugendgruppen gibt es diese Unterscheidungen nicht, dort widmet sich Goldy ganz besonders dem Kampf gegen die Kastendiskriminierung. Was ihr an Deutschland gefällt? Dass alle Menschen gleich behandelt werden, insbesondere an den Schulen.

Die Eltern der 19-jährigen Jyoti aus dem Slum Mangolpuri konnten sich die Schulgebühren für eine private Schule nicht leisten. „Bei 90 Schülern pro Lehrer ist das Niveau sehr niedrig, selbst mit Schulabschluss findet man nur schwer einen Job“, erzählt die selbstbewusste junge Erwachsene. Dank eines von DACHSER und terre des hommes unterstützen Computerkurses kann sie jetzt die Familie mit einem Halbtagesjob unterstützen und ihr Bachelor-Studium der Wirtschaftswissenschaften verfolgen. Später will sie Sozialarbeiterin werden. „Ich finde es gut, wie sich Jugendliche in Deutschland auf ein ein selbstbestimmtes Leben vorbereiten. Allerdings würde mir schon der Zusammenhalt in einer Großfamilie fehlen.“

Der 20-jährige Atul musste als Sohn eines Bauern schon als kleiner Junge auf den Feldern arbeiten, um seinen Vater zu unterstützen. Später wartete die Ziegelfabrik auf ihn. Nur das Engagement von DACHSER und terre des hommes ermöglichten ihm den Schulbesuch. Nach seinem Abschluss will er Wissen weitergeben und Lehrer werden. In Deutschland hat ihn das Recycling-System beeindruckt: „So was in der Art könnten wir bei uns im Dorf eigentlich auch machen.“

„Ich finde es gut, dass Tiere gut behandelt werden“, erinnert sich die 18-jährige Omika an den Besuch eines Bio-Bauernhofs in der Nähe von Kempten. Die Bauerstochter aus der Nähe von Varanasi lernte im Berufsbildungszentrum der Projektpartner Schneidern, Nähen und das Basteln von kunstvoller Blumendekoration. Damit kann sie jetzt ein wenig eigenes Geld verdienen und das Familieneinkommen unterstützen. Der vorgezeichnete Lebensweg eines Mädchens im Dorf – frühzeitiger Schulabbruch, Verheiratung, Kinder und Haushalt – blieb ihr damit, bis auf weiteres, erspart. „Für die Eltern sind Mädchen nur eine Verpflichtung“, erklärt uns Omika. „Sie bringen kein Geld in die Haushaltskasse, sie essen, ihre Verheiratung kostet Geld. Man will sie schnell an eine andere Familie loswerden und nicht in ihre Bildung investieren.“ Ihr Traum ist es, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Den Anfang dazu hat sie gemacht.

Die Verbesserung der Schulbildung in Indien beschäftigt auch die 21-jährige Sakshi, die ebenfalls aus Mangolpuri stammt, und Jura studiert. Für ihre Zukunft hat sie sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie will Richterin werden. Stolz berichtet sie von den „Kummerkästen“, die sie mit ihrer Jugendgruppe in einigen lokalen Schulen installiert hat. Schüler können dort Missstände oder körperliche Misshandlungen durch Lehrer anzeigen, nur die lokalen Behörden oder die Polizei können die Kästen öffnen. „Gewalt kommt leider immer wieder vor“, berichtet sie. „Erst vor kurzem wurde wieder ein Lehrer suspendiert.“ Die offenen Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern haben ihr beim Besuch in Kempten deshalb besonders gut gefallen.

Zitat Herr Simon

Nach über zehn Jahren Arbeit mit Jugendgruppen in Uttar Pradesh war die Zeit nun reif, die Vernetzung mit jungen Erwachsenen in Deutschland anzustoßen und eine neue Dynamik in die Projekte zu bringen. Diese menschlichen Netzwerke über Länder und Kulturen hinweg geben Orientierung  in einer zunehmend komplexer werdenden Welt. Sie ermöglichen es jungen Menschen, Gesellschaften, Umwelt und Unternehmen zu gestalten.

Bernhard Simon, CEO von DACHSER

Zu Besuch bei DACHSER in Bad Salzuflen.

Besuch beim Schloss Neuschwanstein.

CEO Bernhard Simon unterstützte die Auftritte in den Kemptner Schulen.

Besuch des Hildegardis-Gymnasiums in Kempten.

Besuch auf dem Bio-Bauernhof.

Besuch bei der Allgäuer Zeitung.

Einblicke in die Zeitungsproduktion.

Spaß beim gemeinsamen Kochen von indischen Speisen.

Gemeinsames Kochen schafft Nähe.

Bollywood Tanzen im Kemptner Stadttheater.

Pantomime zur Situation der Frauen in Indien.

Gemeinsames Gruppenfoto bei DACHSER.